Die zunehmende Trockenheit in den Sommermonaten, der steigende Trinkwasserverbrauch und die gleichzeitige Ableitung von Regenwasser in die Kanalisation stellen Städte vor neue Herausforderungen. Die Wohnungsbaugenossenschaft NEUES BERLIN eG geht aktiv voran – mit einem zukunftsweisenden Pilotprojekt zur Regenwassernutzung und -versickerung an einer eigenen Wohnanlage.
Für die Umsetzung wurde die rund 1,7 Hektar große Wohnanlage „Malchower Aue“ im Berliner Stadtteil Neu-Hohenschönhausen ausgewählt.
Ziel des Projekts ist es, anfallendes Regenwasser vor Ort intelligent zu bewirtschaften – durch gezielte Versickerung, Speicherung und Nutzung zur Bewässerung von Grünflächen. So entsteht ein nachhaltiges System, das den Wasserhaushalt entlastet, das Mikroklima verbessert und langfristig zur Schonung wertvoller Trinkwasserressourcen beiträgt.
Unser Ingenieurbüro begleitet die Konzeption, Planung und Umsetzung – technisch fundiert, zukunftsorientiert und mit Blick auf die Anforderungen eines klimaangepassten Städtebaus.
Regenwassermanagement im Bestand: Machbarkeitsstudie für die „Malchower Aue“ in Berlin-Hohenschönhausen
Aufgabe:
Leistungen:
Standortgerechte Planung durch fundierte Bodenuntersuchung
Da sich das Projektgebiet auf der Barnim-Hochfläche befindet – einem Standort, der typischerweise durch gering durchlässige Böden geprägt ist – war eine detaillierte Untersuchung der Versickerungsfähigkeit des Untergrunds essenziell für die Planung.
Um belastbare Grundlagen für die Regenwasserbewirtschaftung zu schaffen, führten unsere Ingenieur*innen von oiktec Versickerungsversuche mit dem Guelph-Infiltrometer direkt auf dem Gelände der Wohnanlage „Malchower Aue“ durch.
Die gewonnenen Daten ermöglichen eine standortangepasste Planung dezentraler Versickerungslösungen und bilden die Basis für ein effizientes, funktionierendes System zur Regenwassernutzung – ganz im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen.
Individuelle Lösung für anspruchsvolle Standortbedingungen
Die Standortanalyse im Innenhof der Wohnanlage „Malchower Aue“ brachte herausfordernde Rahmenbedingungen zutage: wasserundurchlässige Böden, das Auftreten von Schichtenwasser sowie bereits dokumentierte Feuchtigkeitseintritte in Kellerräume.
Auf dieser Grundlage wurde eine dezentrale Regenwasserversickerung im Innenhof nicht empfohlen. Stattdessen entwickelten unsere Ingenieur*innen ein standortgerechtes Konzept:
► Die Installation einer Regenwasserzisterne zur Nutzung des Niederschlagswassers für die Gartenbewässerung.
► Überschüssiges Regenwasser wird weiterhin gezielt und kontrolliert in die bestehende Kanalisation eingeleitet.
Zur Absicherung der Planung wurde zusätzlich eine Überflutungsbetrachtung für das Grundstück durchgeführt – mit dem Ziel, das Risiko lokaler Überlastungen oder Schäden durch Starkregenereignisse zu minimieren.