Geschichte




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Geschichte der Sophienhöhle

 

1490 Erste urkundliche Erwähnung
1788 Entdeckung der Klaussteinhöhle
1833 Entdeckung der Sophienhöhle bei Grabungsarbeiten durch den Schönbornschen Schloßgärtner Michael Koch
1834 Ausbau als Schauhöhle

Die Sophienhöhle befindet sich am nordwestlichen Talrand des Ailsbachtals, unweit der Burg Rabenstein. Man erreicht sie am leichtesten in 15 min Fußweg vom Parkplatz der Burg Rabenstein aus oder durch einen Anstieg von 35 Höhenmetern von der Talsohle aus. Hier befindet sich ebenfalls ein Parkplatz. Beide Wege sind gut beschildert.

Die Vorhalle der Sophienhöhle bildet ein spektakuläres Portal, das schon sehr lange bekannt war. Sie wurde wohl schon in der Jungsteinzeit und wieder in der Bronzezeit als Unterschlupf benutzt. Außerdem wurde sie lange Zeit von Höhlenbären bewohnt. Der Charakter der Höhle ist typisch für Höhlen im fränkischen Dolomit. Große Hallen werden durch kleine, unregelmäßige Gänge verbunden.

Die ersten beiden großen Hallen des Höhlensystems, die jahrtausendelang zugänglich waren, wurden im Laufe der Zeit durch Ablagerungen teilweise verfüllt. Diese meterdicken Schichten enthielten unter anderem Höhlenbärenknochen, Fledermauskot, menschliche Überbleibsel aus Steinzeit und Bronzezeit sowie Frostbruch von der Höhlendecke und Sinterablagerungen. Durch dieses Material wurden die niedrigen Verbindungen der Hallen vollständig verschlossen, so daß diese Hallen seit langem vergessen waren.

Die erste urkundliche Erwähnung 1490 erfolgte anläßlich des Abbaus der phosphathaltigen Höhlensedimente durch den Bamberger Hans Breu. Er versuchte daraus Salpeter für die Herstellung von Schwarzpulver zu gewinnen. Damals wurde das große Portal Ahornloch genannt, allerdings nicht nach dem gleichnamigen Baum, sondern nach dem Geschlecht derer von und zu Ahorn, den ersten bekannten Herrschern des Ahorntales. Sie hatten ihren Sitz direkt über der Höhle. Die heutige Klaussteinkapelle, direkt über der Höhle, war ihre ursprüngliche Burg. Sie wurde zu klein und deshalb wurde Burg Rabenstein errichtet. Aufgrund eines Wunders riß man die alte Burg jedoch nicht ab, sondern baute sie in eine Kapelle um, die nach ihrem Patron, dem Hl. Nikolaus, Klaussteinkapelle genannt wurde.

1788 wurde bei Grabungen im Ahornloch eine Halle dahinter wieder-entdeckt und Klaussteinhöhle genannt. Nach der Entdeckung fanden dort große Grabungen auf der Suche nach Kostbarkeiten statt. Dabei wurden allerdings archäologische Funde nicht beachtet. Abraum wurde in einen Schacht der Klaussteinhöhle geworfen, der so verfüllt wurde. Die dadurch abgetrennten Räume werden heute Höschhöhle genannt.

Ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 1833, ließ der damalige Besitzer von Burg Rabenstein und Höhle, Graf Erwein von Schönborn zu Wiesentheit, durch seinen Schloßgärtner Michael Koch Verschönerungsarbeiten durchführen. Warum dieser dabei mit einem Gehilfen in der Klaussteinhöhle grub, läßt sich nicht mehr ermitteln. Als er einen Zug kalter Luft wahrnahm, interpretierte er dies richtig und entdeckte weitere Hallen, die zu Ehren der Gräfin Sophie von Schönborn, der Nichte des Schloßbesitzers Sophienhöhle genannt wurden. Der Besitzer verschloß diesen Teil unverzüglich, um Zerstörungen wie nach der Entdeckung der Klaussteinhöhle zu verhindern. Allerdings lies er diesen Teil der Höhle auch mit Wegen ausbauen, so daß er sie Gästen zeigen konnte. Damit kann dieser Zeitpunkt als Beginn des Schauhöhlenbetriebs bezeichnet werden.

Erst in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde schließlich die Verbindung Klaussteinhöhle-Höschhöhle entdeckt. Damit besteht der gesamte Komplex aus insgesamt vier Höhlen:
1. Ahornloch
2. Klaussteinhöhle
3. Sophienhöhle
4. Höschhöhle
Diese vier Höhlen bilden ein einziges großes Höhlensystem. Sie werden entweder als Klaussteinhöhlen-Komplex oder ganz einfach als Sophienhöhle bezeichnet.