„Pimp my City“

Film-Produktion und Vorführung im Rahmen des Kunst- und Kultursommer 2007 der Internationalen Bauausstellung Hamburg, Programm „Lebenswerte Stadt Hamburg“, Diplomarbeit im Studiengang  tadtplanung an der HafenCityUniversität Hamburg von Samy David Schneider Projekt-Kurzbeschreibung Einleitung: Was heißt „pimp my city“? „Pimp my city“ ist innovativer Slogan und Motto zugleich, der Jugendliche animieren soll, bei der Gestaltung ihres Lebensumfeldes aktiv und kreativ zu partizipieren.
„To pimp“ ist ein Modewort aus dem Englischen, das in Deutschland zunehmend im jugendlichen Jargon Verwendung findet. Es kann „anpreisen, zur Schau stellen, aufmotzen, tunen, stylen oder  erschönern“ bedeuten. Pimp my city! lässt sich demnach frei mit „Verschönere meine Stadt!“ übersetzen.
Das Filmprojekt wird unter diesem Titel eine neue Herangehensweisen evaluieren, um Jugendliche für die Gestaltung ihrer Lebensumwelt zu aktivieren und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation und -qualität in der Stadt herbeizuführen. Inhalt des Gestaltungsprozesses werden nicht nur ästhetische Belange sein, sondern es wird ganzheitlich auf die Situation von Jugendlichen eingegangen und ihre Bedarfe hinsichtlich ihrer Lebensumstände und ihres Freizeitverhaltens hinterfragt. Zur Schließung der „Versorgungslücke“ sollen die Jugendlichen selbst kreative Ideen entwerfen, wie aus „Alt“ „Neu“ gemacht werden kann.
Gerade ein jugendlich klingender Slogan, so die These, kann Jugendliche mobilisieren, um sie für eine Aufwertung ihres Wohnumfelds zu sensibilisieren, sowie um sie direkt daran zu beteiligen.
Chance: IBA und IGS Die Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg wurde als Ort des Projektes gewählt, da die Gruppe der Heranwachsenden im gesamtstädtischen Vergleich dort den höchsten Anteil der Bevölkerung stellt. Zudem bestehen dort vielfältige innerstädtische Flächen, die sich im Rahmen des „pimp my city“ Projektes für eine derartige Aufwertung anbieten würden Im Rahmen der geplanten Internationalen Bauausstellung (IBA) und Internationalen Gartenschau (IGS) Hamburg 2013 soll Wilhelmsburg umfassend weiter entwickelt werden.
Die einzelnen Maßnahmen der IBA / IGS sind noch nicht abschließend konkretisiert. Damit ergibt sich ein gestalterischer Handlungsspielraum, der als Chance zur Steigerung der Lebensqualität für Jugendliche in Wilhelmsburg genutzt werden sollte. Dies kann durch eine Aufwertung der Freiräume oder einer Ausweitung und qualitativen Verbesserung der Freizeitangebote im Sinne Jugendlicher erfolgen. Es könnten Partizipationsmöglichkeiten und Projekte ermöglicht werden, die Jugendliche dazu befähigen, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und bei denen Jugendlichen in der Planung und Nutzung von Räumen eine besondere Rolle zugeschrieben wird. Diese Chance soll mit dem Filmprojekt „pimp my city“ genutzt werden.

 

Film-Projekt „pimp my city“
In dem Film-Projekt „pimp my city“ werden Jugendliche, Wilhelmsburger und Wilhelmsburgerinnen jeder Herkunft und jeden Milieus, im Alter von ca. 13 bis 25 Jahren, als Experten ihrer eigenen Bedürfnisse und Ansprüche und als Experten ihres Wohn- und www.pimpmycity.de Lebensortes Wilhelmsburg ein Forum bekommen. Sie werden in dem Film „pimp my city“ ihre Sicht von Wilhelmsburg, von ihren Lieblingsorten und alltäglichen Aktivitäten schildern.
Sie zeigen aus ihrer Perspektive die Potenziale und Defizite ihres Lebensumfeldes, Sie sollen auf Orte aufmerksam machen, die sie nutzen, aber verbesserungswürdig sind, aber auch Orte zeigen, die sie als langweilig, trist oder auch als gefährlich empfinden. Sie werden ermuntert konkrete Vorschläge zu machen, wie ihr Lebensumfeld verbessert werden könnte und zeigen, welche Ideen sie haben, um aus Wilhelmsburg einen attraktiveren Ort zu machen. Dieser Film wird als Open-Air-Cinema in Wilhelmsburg aufgeführt.
Der Film beinhaltet eine Dokumentation über „pimp sticker“. Jeder Jugendliche, der beim „pimp my city“ - Film mitmacht, bekommt als Dankeschön für das Mitmachen einen 2,5 cm großen Ansteck- „pimp-button“, womit man zum „offiziellen Wilhelmsburg Pimper“ ernannt wird sowie sechs selbstklebende, (wider-ablösbare) 2,5 cm Durchmesser große Sticker. Die Sticker sind dafür gedacht, dass Jugendliche in den Tagen und Wochen nach den ersten Interviewterminen selbständig durch Wilhelmsburg ziehen können und noch einmal aus den Augen eines „Pimpers“ unattraktive, öffentliche Orte, bzw. Orte, für die sie Pimp-Ideen haben, markieren können. Ihre Gedanken und Ideen zu diesen Orten werden dann mit der Kamera festgehalten.
Begleitet werden die Dreharbeiten von dem „pimp mobil“, einem phantasievoll gestalteten Fahrrad, das zusätzlich zur Kamera als Requisite Interesse wecken soll. Es dient der Fortbewegung, wird unter den Jugendlichen nach den Dreharbeiten verlost und stellt eine Verbindung zur Idee des „pimp“ her, aus etwas Altem und Hässlichem etwas Schönes und Attraktives zu machen.
Mit der gleichen Intention wird zu den Dreharbeiten die so genannte „pimp wall“ Verwendung finden. Eine, in einem besonders gestalteten Rahmen gesetzte Glas- bzw. Plexiglaswand, von ca. 1,30 m Breite und 0.80 m Höhe, die es ermöglichen wird, die Jugendlichen in eine neue Perspektive zu denen ihn bekannten Orten zu versetzen. Sie können mit Stiften auf der durchsichtigen Plexiglas-Platte eigene Wunschvorstellungen auf die vorhandenen Orte projizieren und diese weiter entwickeln, darstellen und dokumentieren.
Dies kann durch Wörter, Skizzen und Zeichnungen erfolgen. Bei der mobilen pimp-wall ist eine räumlich variable und durchsichtige Nutzung möglich. Jugendliche können die Wand auf ihren subjektiven Hintergrund ausrichten und so kann z.B. ein Park, ein Platz, eine Strasse, eine Baulücke oder Brache den Hintergrund für ihre pimp-Vorschläge abbilden. Auf den Vordergrund der pimp-Wand können die Heranwachsenden ihre Vorstellungen zeichnerisch sichtbar machen. Andererseits ist es möglich hinter der Wand Fotos oder Karten anzubringen, so dass zuvor ausgewählte Bilder und Pläne den Hintergrund für die Perspektive darstellen.
Der Film wird abschließend auf den Plätzen in Wilhelmsburg vorgeführt. An den drei Openair-Veranstaltungen werden zudem für Jugendliche Freizeitangebote bereitgestellt sowie (nichtalkoholische) Getränke, Musik und eine Verlosung angeboten. Zusätzlich existiert eine Website, „www.pimpmycity.de“, die über den Film berichtet.
Ziel des Filmes ist es, ein authentisches Bild von Wilhelmsburg festzuhalten, und den Blick auf die Situation der Jugendlichen, in Bezug auf Lieblings- und Un-Orte, auf die vorhandenen und gewünschten Freizeitmöglichkeiten und auf neue, kreative und junge Verbesserungsvorschläge sowie nicht zuletzt auf die Umsetzungsspielräume zu richten. Zweck der Arbeit ist es, die sich ergebende Chance der Weiterentwicklung Wilhelmsburgs durch die IBA und IGS für Jugendliche und Wilhelmsburg zu nutzen. Junge kreative Ideen können in die Ausstellungen einfließen und zu Entwicklungsimpulsen in
Bezug auf eine mögliche Umsetzung führen, so dass Nicht nur Autos und Fahrräder lassen sich aufmöbeln, auch an Städten kann man durch „pimpen“ so einiges verschönern. „Pimp my City“ ist ein freches Stadtplanungsprojekt zur IBA Hamburg, jetzt erscheint der Dokumentarfilm.  Kann man die Hansestadt noch schöner machen? Die Antwort lautet: Ja, besonders Stadtteile südlich der Elbe wie Wilhelmsburg und die Veddel haben Aufwertungspotenzial. „Pimp my City“  ist ein junges, freches Stadtplanungs-Projekt, das im Rahmen des IBA Kunst & Kultur Sommers 2007 den Lebensraum „auf der anderen Seite des Wassers“ unter die Lupe nimmt. Zusammen mit Jugendlichen aus Wilhelmsburg wurden auf unorthodoxe Weise Vorschläge erarbeitet, was man an Wilhelmsburg mit wenig Mitteln schöner, besser, attraktiver gestalten könnte. Ist es ein neuer Beach-Club an der Elbe, ungewöhnliche Sitzgelegenheiten an öffentlichen Plätzen oder ein Boxcenter im Einkaufszentrum? Den Ideen der Jugendlichen waren keine Grenzen gesetzt. Schon das Projekt „Pimp my City“ hat hohe Wellen geschlagen, nun kommt der Dokumentarfilm zum Projekt: „Pimp my City – der Film“ wird zunächst in Hamburg gezeigt, später auch in anderen Städten, die sich für junge, innovative Stadtplanungsideen interessieren.

(Pressetexte des Filmemachers Samy David Schneider)

 

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