OpenAir am Deich beim Reiherstieg Hauptdeich / Alte Schleuse
Sa 2. Mai Nordsee ist Mordsee
D 1975/76; B & R: Hark Bohm; D: Uwe Bohm, Dschingis Bowakow; 87 min.
Der 14jährige Uwe lebt in einer Neubausiedlung auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Von seinen Eltern hat er außer Stress nichts zu erwarten, seinen Frust lässt er als Anführer einer Jugendbande an den „Kanaken“ aus. Zu denen gehört auch Dschingis, sein Erzfeind. Der baut ein Floß, um aufs Meer hinaus zu fahren. Fast ist er fertig, da wird es von Uwe und seinen Freunden zerstört. Zum ersten Mal wehrt sich Dschingis. Ein glaubhafter Abenteuerfilm, der das Lebensgefühl dieser Jugendlichen spiegelt, größtenteils mit Laiendarstellern realisiert.
Vor Filmbeginn erzählen Hark Bohm (Regie und Buch) sowie Wolfgang Treu (Kamera) von den Dreharbeiten am Originaldrehort Veringschleuse.
Treffpunkt 19.00 Uhr Ende der Straße „Alte Schleuse“ (Bus 13, Haltest. „Krankenhaus Groß Sand“, 5 Min. Fußweg). Dieser ist wiederum nur 5 Min. vom Veranstaltungsort entfernt!
OpenAir am Deich beim Reiherstieg Hauptdeich / Alte Schleuse
So 3. Mai Rollo Aller!(Teil 1/2/4)
Teil 1 + 2 D 1990-91; R: H. Peschel; D: Rocko Schamoni, Christian Dabeler; 17+33 min.
Teil 4 D 2008; R: T. Stegmann; D: Rocko Schamoni, Christian Dabeler; 30 min.
Eine Hommage an das 70er Jahre-Meisterwerk „Nordsee ist Mordsee“ in zunächst zwei Teilen. Beide Filme spüren Leben und Werk der Hängertypen Eule und Daddel nach, die auf ihrem Weg “Raus aus der Gesellschaft - Rein in den Rock!” keinen Drogen-/Gewalt-/Glücksspiel-Napf unberührt stehen lassen, in den man tappen kann. 1994 drehte Peschel sogar einen dritten Teil, der aber immer noch unter Verschluss ist... Seine Freunde wollten unbedingt, dass es weitergeht und drehten heimlich den 4. Teil ohne ihn! Sie haben auch mindestens eine Idee, nämlich einen Beachclub aufzumachen. „Freiheit“ soll er heißen und in Wilhelmsburg liegen, wo Eules Oma wohnt. Ihr Club ist eine Festung gegen den Wahnsinn - bis der Überwachungsstaat auch diese bedroht. Aber mit Witz und Verve wissen die beiden Helden sich zu Wehr zu setzen.
Der Regiesseur Torsten Stegmann (Regie von Teil 4) und Darsteller Christiab Dabeler sind zu Gesprächen anwesend.
Sa 9. Mai Hamburger Hafen, Südseitstimmung – Menschen am Reiherstieg
Als Vorfilm „Tor zur Welt“, Kulturfilm; D 1955-56; R: Adalbert Baltes; 12 min.
D 2000; R: Ulrich Patzwahl; Dokumentation; 45 min.
Der Reiherstieg war einmal ein wichtiger Werftkanal, eine der meist befahrenen Fährstrecken, einer der größten Arbeitsplätze im Hamburger Hafen. Was ist heute los an diesem Elbarm? Für den Werftarbeiter ist der Reiherstieg ein Stück Hafen. Der Zöllner ist da, um die Grenze zu makieren. Der Getränkehändler ist eine markante Figur im Viertel, aber es geht ihm die Puste aus. Der Bankangestellte fährt jeden morgen über die Elbe nach Altona – am Reiherstieg aufgewachsen, will er hier nicht weg. Der Zeichner schließlich spielt mit dem Charme, mit dem „Geheimnis“ der Gegend. Und die Studentin will mehr von Hamburg, als Eppendorf und Schanzenviertel ihr bieten können, sie restauriert am Reiherstieg Schiffe.
Filmstart ca. 21.00 Uhr; Eintritt 5,– € / 3,– € ermäßigt
Der Regisseur Ulrich Patzwahl, der Kameramann sowie diverse DarstellerInnnen werden erwartet!
OpenAir: Hof Atelier Werner Schaarmann, Ernst-August-Deich 55
Fr 15. Mai Wilhelmsburger Freitag
D 1964; R: Egon Monk; D: Ingeborg Hartmann, Edgar Bessen; 90 min.
Anfang der 1960er Jahre entstanden die ersten Fernsehspiele, die sich auch sozialkritischen Themen annahmen. Im Mittelpunkt dieses zeitkritischen Dramas sind Jan und Renate Ehlers, die zwischen Geldsorgen und der Vorfreude auf ein Kind stehen. Schauplatz: ein Hamburger Stadtteil, Wilhelmsburg. Zeit: Die Gegenwart der frühen 60er Jahre. Bei einem jungen Paar ist das Prinzip Hoffnung zu einem kleinen, verderblichen Pflänzchen verwelkt. Keineswegs alle sind in einem bereits reichen Land Gewinner der Konjunktur. Die Zahl derer, an denen der große Glanz vorbeigeht, stellt die überwiegende Mehrheit dar. Das wird öffentlich verdrängt, gerade erst hat der Vater der sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard, von der formierten Gesellschaft gesprochen, in der es keine Klassen mehr gebe, keine strukturelle Ausbeutung, Armut, Not. Der Film widerlegt diese fromme Phrase.
Das Drehbuch und einige alte Fotografien der Aufnahmen werden ausliegen (vielen Dank an Herrn Reißmann / Staatsarchiv Hamburg !)
Sa 16. Mai Die Mutter des Killers
D 1997; R: V. Einrauch; D: D. Landuris, B. Janner, P. Lohmeyer, A. Sawatzki; 79 min.
Bestattungsgehilfe Eddie, harter Säufer und softer Ehemann, der von seiner quirligen Gattin hemmungslos betrogen wird, ist obendrein geschlagen mit einer resoluten Mutter und einem debilen Bruder. So betätigt er sich freudig als Witwentröster bei der schönen Olga, nachdem deren Ehemann und Eddies Erzrivale, der erfolglose Krimiautor Theo, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Nur: Theo ist gar nicht tot, sondern heckt mit seiner Geliebten Jennifer und dem Bestattungsunternehmer Lu ein Mordkomplott aus. Leider ist Theo ein Weichei, und außerdem kommt Eddie ihm schnell auf die Schliche... Die schwarze Komödie wurde mit einem minimalen Budget in Wilhelmsburg gedreht.
(Vielen Dank an Josefine Film für SEHR freundliche Unterstützung!)
Indoor: BI -Rudolfstrasse 5, 21107 Hamburg
Fr 22. Mai Aprilkinder
D 1999; R: Yüksel Yavuz; D: E. Yildiz, B. Esrüngün, S. Tepe, I. Busch; 85 min.
So oft sich der 20jährige Kurde Cem auch duscht, sein Job in der Fleischfabrik ist ihm auf zehn Meter anzuriechen. Cems jüngerer Bruder Mehmet hat seine eigenen Ansichten über das Leben. Er spielt lieber den Macho. Misstrauisch beäugt der angehende Dealer, wie Dilan, mit 14 die Jüngste der drei Geschwister, seinen Kumpel Arif anschaut. In einem türkischen Plüschpuff verliebt sich Cem in die deutsche Hure Kim und steckt jetzt wirklich in der Klemme: Seine Cousine, der Cem längst versprochen ist, kommt nach Hamburg und seine Mutter bereitet die Hochzeit vor... Die drei Geschwister sind typische Aprilkinder, vom Vater im sommerlichen „Heimaturlaub“ gezeugt. Sie versuchen auf ganz unterschiedliche Art und Weise, in ihrer neuen Heimat zurecht zu kommen.
Sa 23. Mai Doppelprogramm: Leben ist Wandel + Pimp my City
Leben ist Wandel
D 2000; R: Thomas Wagensommer; Dokumentation; 43 min.
Kontroverser Film über Menschen aus Wilhelmsburg, die ihre Sichtweise zum Leben auf der Elbinsel und den Problemen die sie beschäftigen, im ruhigen Bildern erzählen. Leben ist Wandel ist ein Dokumentarfilm über den scheinbar sterbenden Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, auf Europas größter Flußinsel.
Im Fokus der Dokumentation spiegeln sich die persönlichen Meinungen der Insulaner, die sich ergänzend, aber auch widersprechend, Auskunft geben über die verschiedenen Probleme des Stadtteils. Wobei diese wie Trabanten um ein bestimmtes Problem kreisen, dem partiellen, überproportionalen Ausländeranteil. Die Damit verbundene Frage, ob das Leben zwischen den verschiedenen ethnischen Kulturen geprägt ist von einem gleichgültigen Nebeneinander, einem Mißtrauischen Gegeneinander oder ein tolerierten Miteinander, wird von den Inselbewohnern ebenso vielfältig interpretiert, wie sich der gesamte Stadtteil gibt.
Leben ist Wandel ist nicht nur eine Dokumentation, die mit prosaischer, aber auch poetischer Filmsprache den Filmischen Anspruch unterstreicht, sondern auch ein kleines Spiel mit dem Genre. So verbindet die Montage des Films den dokumentarischen Stil mit zwei Reportage-Elementen und einer als Parodie verkleideten "Dürremattschen Doppelbühne".
Pimp my City
D 2007; R: Samy David Schneider; Dokumentation; 55 min.
Nicht nur Autos und Fahrräder lassen sich aufmöbeln, auch an Städten kann man durch „pimpen“ so einiges verschönern. „Pimp my City“ ist ein junges, freches Stadtplanungs-Projekt, das den Lebensraum Wilhelmsburg unter die Lupe nimmt. Zusammen mit Jugendlichen aus dem Stadtteil wurden auf unorthodoxe Weise Vorschläge erarbeitet, wie man Wilhelmsburg mit wenig Mitteln "schöner, besser, attraktive"r gestalten könnte. Den Ideen der Jugendlichen waren dabei keine Grenzen gesetzt.