SehnSucht - Eine Reihe außergewöhnlicher Kinofilme
FR 15.8.: Kurzfilm-Special
Zum Eröffnungsempfang zeigen wir eine exquisite Auswahl an kurzweiligen Filmen aus der KurzFilmAgentur Hamburg. Spannendes und Lustiges variieren das Programm in schneller Folge. Der Eintritt ist heute frei!
SA 16.8.: Into The Wild - In die Wildnis
USA 2007; R: Sean Penn; D: Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt, Jena Malone; 140 min.
Dem herausragenden Sportler und Studenten Christopher McCandless stehen alle Türen weit offen. Doch er entscheidet sich im April 1992 spontan, seine privilegierte Existenz und das Elternhaus hinter sich zu lassen. Seine Moralvorstellungen genügen nur den allerhöchsten Standards - und das will er fortan auch aktiv leben. Er verschenkt seine Ersparnisse und bricht zu dem ultimativen Trip auf. Über Kalifornien, den Grand Canyon, Mexiko und Washington State bis nach Alaska, wo er in der unwirtlichen Ödnis zu sich selbst finden will. Vier Monate später findet man seine Leiche.
Die Erkenntnis, die der zuweilen selbstsüchtige McCandless gesucht hat, hatte er auf der Reise längst gefunden, war aber zu blind und zu fixiert auf sein Ziel, um dies zu bemerken. Alle Menschen, die ihn unterwegs ins Herz schlossen, stieß er kompromisslos vor den Kopf.
Mutiger Idealist oder durchgeknallter Irrer? In schwärmerisch-betörenden Bildern zeigt der Film die wahre Lebensgeschichte eines jungen, desillusionierten Mannes in seinen letzten zwei Lebensjahren.
SO 17.8.: Still Life
China 2006; R: Jia Zhang-Ke; D: Han San-Ming, Zhao Tao, Wang Hong-Wei, Li Zhubin, Xiang Hai;107 min.; OmU
Der Bergmann Han San-Ming kommt mit der Fähre aus einer entfernten Provinz in Fengjie am Drei-Schluchten-Staudamm an. Er sucht seine Frau Missy Ma, die ihn vor 16 Jahren mit dem gemeinsamen Kind verlassen hat. Doch die Han vorliegende Adresse gibt es nicht mehr, ist längst im Wasser untergegangen. Gleichzeitig kommt die Krankenschwester Shen-hong Guo in die Stadt. Auch sie sucht ihren Ehepartner. Vor zwei Jahren hat er sich das letzte Mal gemeldet, nun will sie ihren Mann zur Rede stellen. Fengjies Altstadt ist schon überflutet, doch die neuen Häuser sind noch nicht fertig.
Der Film lässt sich keinem Genre zuordnen, enthält Elemente eines Beziehungsdramas, einer Gesellschaftschronik und eines symbolischen Experimentalfilms. Der Regisseur Jia Zhang-Ke ist auf der Suche nach der angemessenen Ästhetik und Dramaturgie für den Zustand zwischen radikaler Veränderung und Stillstand im heutigen China.
MO 18.8.: TGV-Express
Senegal/F 1997; R: Moussa Touré; D: Makéna Diop, Al Hamdou Traore, Bernard Giraudeau, Philippine Leroy-Beaulieu, Omar Seck; 88 min.; OmU
Im Mittelpunkt des afrikanischen Road-Movies steht der "TGV Express", ein klappriger, buntlackierter Reisebus, der zwischen Dakar/Senegal und Conakry/Guinea verkehrt und sein schlitzohriger Besitzer Rambo. Es gibt Schwierigkeiten, weil die Bassari an der Grenze zu Guinea einen Aufstand planen. Nur eine Handvoll Passagiere wagt die Reise - unter ihnen ein Ex-Minister auf der Flucht, ein europäisches Ethnologen-Pärchen, das mit einer Karte aus dem 18. Jahrhundert unterwegs ist, ein Dealer und zwei Medizinmänner in Dauerfehde. Rambo und sein Assistent haben alle Hände voll zu tun, die bunte Reisegesellschaft ans Ziel zu bringen.
Die originelle Komödie erzählt vom afrikanischen Alltag mit gelungener Charakterisierung der einzelnen Figuren, herrlichen Dialogen und augenzwinkernden Anspielungen.
DI 19.8.: Ariel
Finnland 1988; R: Aki Kaurismäki; D: Turo Pajala, Susanna Haavisto, Matti Pellonpää; 73 min.
Taistos verliert seinen Job und ihm bleibt nur ein altes Cabrio, dessen Verdeck nicht zugeht. So fährt er im tiefsten Winter 1000 Meilen Richtung Helsinki und verliebt sich dort in die Zufallsbekanntschaft Irmeli. Arbeit gibt es nicht, er wird ausgeraubt und zusammengeschlagen. Als er später diese Rechnung begleichen will, geht er dafür ins Gefängnis. Gemeinsam mit seinem Zellengenossen Mikkonen plant er einen Ausbruch und die Flucht ins Ausland. Um Geld für gefälschte Pässe zu bekommen, überfallen die beiden eine Bank. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit den Fälschern, bei der Mikkonen tödlich verwundet wird, woraufhin Taisto die Gangster erschießt. Der Film endet am Hafen, wo Taisto, Irmeli und ihr Kind in einem Boot zum Frachtschiff "Ariel" übersetzen.
Kaurismäki erzählt voller Poesie, knapp und schnörkellos in der für ihn typischen sachlich distanzierten, aber sympathischen Art und Weise. Trotz schonungslosem Realismus bei der Beschreibung gesellschaftlicher Zustände bleiben seine Protagonisten, was sie sind, und kriegen trotzdem, was sie sich wünschen.
MI 20.8.: Transamerica
USA 2005; R: Duncan Tucker; D:Felicity Huffman, Kevin Zegers, Fionnula Flanagan, Graham Greene, Burt Young, Elizabeth Pena, Carrie Preston; 103 min.
Bree steht kurz vor ihrer letzten Operation, die sie endlich vom Mann zur Frau machen wird. Doch eine Woche vor der Operation stellt ein Anruf aus dem Jugendgefängnis ihr Leben auf den Kopf. Der Anrufer – Toby – ist das Ergebnis einer Nacht zu High-School-Zeiten, als Bree noch Stanley hieß und ein Mann war. Obwohl Bree nichts davon wissen will, schickt ihre Therapeutin sie nach New York. Erst muss mit der Vergangenheit abgeschlossen werden, bevor es die lang ersehnte OP gibt. Toby hält Bree für eine christliche Missionarin und ahnt nicht, dass die Frau sein Vater ist . Er lässt sich überreden, mit nach Los Angeles zu fahren, denn er will Stanley finden. Und Bree will Stanley für immer hinter sich lassen.
Ein schriller Cocktail aus skurrilem Roadmovie, Komödie und sensibler Selbstfindungsreise.
Obwohl transgender in Sachen Akzeptanz in der Gesellschaft noch weit hinter schwul rangiert, schafft der Film auf wundersame Weise, dass es nie um ein Thema, sondern immer um die Charaktere dahinter geht.
DO 21.8.: Easy Rider
USA 1969; R: Dennis Hopper; D: Peter Fonda, Dennis Hopper, Jack Nicholson; 94 min.; OmU; Restaurierte Fassung
Unterwegs mit einer Ladung Drogen, die sie von Los Angeles nach New Orleans bringen wollen, durchqueren Billy und Wyatt mit ihren Motorrädern den Südwesten der USA. Auf ihrer Reise begegnen sie Hippiekommunen, aussteigewilligen Provinzbürgern, religiösen Sektierern und schießfreudigen Rednecks, die für Langhaarige auf Choppern immer eine Zelle frei haben. Auch am Ziel ihrer Reise erwartet das Duo kein Paradies, sondern ein Horrortrip in jeder Beziehung.
Das erste wirkliche Roadmovie der Filmgeschichte und ein wichtiger Wegbereiter des amerikanischen Independent-Kinos - ein Kultfilm, der bis heute nichts von seiner Kraft verloren hat.
Bemerkenswert ist auch die außergewöhnliche Darstellung von Jack Nicholson, der mit dieser Rolle seinen Durchbruch schaffte.
Der 14jährige Uwe lebt in einer Neubausiedlung auf der Elbinsel Hamburg-Wilhelmsburg. Von seinen Eltern hat der Junge außer Stress nichts zu erwarten, seinen Frust lässt er als Anführer einer Jugendbande an den "Kanaken" aus. Zu ihnen gehört auch Dschingis, sein Erzfeind. Der träumt davon, mit einem Floß aufs Meer hinaus zu fahren. Fast hat er es schon fertig gebaut, da wird es von Uwe und seinen Freunden zerstört. Zum ersten Mal wehrt sich Dschingis und zwingt Uwe dazu, das Floß zu reparieren. Dabei kommen sich die Jungen näher und beschließen, die Fahrt aufs Meer zu wagen. Doch mit dem Floß kommen sie im Hafen nicht weit. Sie stehlen ein Segelboot, entkommen der Polizei und erreichen die Elbmündung.
Hark Bohms vierter Spielfilm thematisiert die miesen Lebensbedingungen, unter denen viele Heranwachsende der Arbeiter-Nachkriegsgeneration in den 70ern zu leiden hatten. Ein glaubhafter Abenteuerfilm, der das Lebensgefühl dieser Jugendlichen spiegelt - eine moderne Huckleberry-Finn-Geschichte, größtenteils mit Laiendarstellern realisiert.
SA 23.8.: Nichts als Gespenster
D 2007; R: Martin Gypkens; D: Fritzi Haberlandt, August Diehl, Jessica Schwarz, Wotan Wilke Möhring; 119 min.
Fünf Geschichten aus fünf Ländern: die Reisenden sind auf der Suche nach Liebe. Doch manchmal macht die Liebe alles komplizierter, egal wo man gerade ist. Ob in Venedig, Jamaika, der deutschen Provinz, der Wüste Nevadas oder Island - alles ist in Bewegung. Ellen, Jonas, Caro, Nora, Raoul und all die Anderen sind aus unterschiedlichen Motiven auf der Flucht - doch schließlich müssen sie erkennen, dass man sich selbst nie entkommt, wohin man auch geht.
Der Film erzählt mit Melancholie und lakonischem Humor von Sehnsucht nach Liebe und dem diffusen Gefühl der Verlorenheit einer Generation.
Mit ihrer Geschichtensammlung "Nichts als Gespenster" veröffentlichte Judith Herrmann einen Schlüsselroman der Gegenwartsgeneration. Martin Gypkens gelingt es in seiner sensationell besetzten Verfilmung, die Essenz der Vorlage in stimmungsvolle Cinemascope-Bilder zu übersetzen. Zwar kann er die episodische Natur des Stoffes nicht verleugnen, aber trotzdem ist sein Film ein Werk aus einem Guss, dem es an der nötigen Gefälligkeit mangeln mag, um sich auch kommerziell als Überflieger zu erweisen.
SO 24.8.: Hotel Very Welcome
D 2007; R: Sonja Heiss; D: Chris O'Dowd, Garreth Llewelyn, Richy Champ, Eva Löbau, Svenja Steinfelder; 90 min.
Fünf Rucksacktouristen reisen durch den großen, exotischen Vergnügungspark Asien. Mit reichlich Einsamkeit im Gepäck arbeiten sie in der Ferne Indiens und Thailands hart am Glücklichsein: Josh und Adam verfangen sich in der Ekstase globaler Beach-Partys. Svenja sitzt in einem Hotelzimmer in Bangkok fest und telefoniert ihrem verpassten Rückflug hinterher. Liam taumelt derweil mit erweitertem Bewusstsein durch Indien, während Marion in der Meditation einen Weg findet, an sich selbst zu scheitern. Am Ende der Reise wartet auf einige der Backpacker ein Neuanfang - und auf die anderen immerhin ein Anschlussflug.
Fiktion und Realität verschwimmen in den fünf Episoden über Rucksacktouristen auf Asienreise. Sie suchen Freiheit und Abenteuer und spiegeln damit eine Generation westlicher Individualisten wider, die darauf hofft, von sich selbst erlöst zu werden.
Mit Gespür für Komik und Wirklichkeitsnähe lotet Sonja Heiss Situationen aus, die das Image vom Backpacker entmystifizieren, witzig und nachdenklich zugleich.
MO 25.8.: Aaltra
F/B 2004; R: Benoît Delépine, Gustave de Kervern; D: Benoît Delépine, Gustave de Kervern, Aki Kaurismäki; 92 min; s/w; OmU
In einem kleinen Nest im Norden Frankreichs machen sich ein Landarbeiter und ein Büroangestellter gegenseitig das Leben zur Hölle. Sie leben Tür an Tür, hassen sich aber wie die Pest. Während einer Rauferei geraten sie unter einen umkippenden Traktor und sind daraufhin beide an den Rollstuhl gefesselt. Sie trampen nach Finnland, um den Hersteller des verhängnisvollen Gerätes zu verklagen. Ihr Weg in den Norden gerät zur lakonischen Revue abstruser Situationen. Anstatt sich ihrem Schicksal oder dem Mitleid anderer zu ergeben, nutzen sie letzteres gnadenlos aus.
Der Film macht dem Genre des Roadmovies alle Ehre. Dass dabei die gängigen Klischees von Menschen mit Behinderungen und ihrem Verhalten der Umwelt gegenüber drastisch über den Haufen geschmissen werden, verleiht dem Film seinen absurd anmutenden Humor und damit einen ganz besonderen, bisweilen derben Charme. Erzählt ist das Ganze in grobkörnigem Schwarzweiß, in einprägsam schönen Bildern, fast in Stummfilmästhetik, mit Minimaldialog und improvisierten Szenen.
DI 26.8.: Mystery Train
USA 1989; R: Jim Jarmusch; D: Masatoshi Nagase, Youki Kudoh, Nicoletta Braschi, Elizabeth Bracco, Joe Strummer; 112 min.; OmU
Wie jedes Jahr: ein Film von Jim Jarmusch!
Einmal mehr entwirft Jim Jarmusch in seinem ersten Spielfilm in Farbe ein skurriles Bild vom Amerika der Gegenwart, von seinen Mythen und seinen Außenseitern. Drei Episoden rund um das Arcade Hotel in Memphis: die beiden japanischen Rock'n'Roll-Touristen Jun und Mitzuko auf Pilgerreise, die italienische Witwe Luisa und die dauerquasselnde Amerikanerin DeeDee und schließlich Dee Dees depressiver Ex-Freund Johnny verbinden nur Orte und Musik - und ein Schuss, der am Morgen fällt.
Obwohl sich die Figuren der einzelnen Geschichten nicht begegnen, wird der Film durch den gemeinsamen Schauplatz und Geräusche - vor allem den Schuß - für den Zuschauer zu einem Ganzen. Das pointierte Werk, an dessen Gelingen Kameramann Robby Müller keinen geringen Anteil hat, kann mit einer Reihe bekannter Musiker in der Besetzung aufwarten: neben Jarmusch-Stammgast Tom Waits ("Down by Law") z.B. Screamin' Jay Hawkins und Joe Strummer.
MI 27.8.: Die Abfahrer
D 1978; R: Adolf Winkelmann; D: Detlev Quandt, Ludger Schnieder, Anastasios Avgeris; 97 min.
Dortmund, 1978. Drei arbeitslose Freunde vertrödeln ihre Tage in einem trostlosen Hinterhof. Atze ist als Facharbeiter auf der Hütte rausgeflogen, Lutz hat seine Lehre fertig und ist vom Betrieb nicht übernommen worden, der Grieche Sulli ist Ausländer, der kriegt sowieso keine Lehrstelle. Das Nichtstun nervt und von den Nachbarn werden sie misstrauisch beobachtet. Plötzlich ergibt sich die Gelegenheit, auszubrechen aus dem Trott. Sie stehlen einen voll beladenen Möbeltransporter und fahren davon. Aus einer kleinen Probefahrt wird ein Abenteuer, ein Ausstieg aus der Realität, ein Stück geborgte Freiheit. Aber es dauert nicht lange, da heften sich Polizei und übereifrige Bürger an ihre Fersen.
Die low-budget Roadmovie-Komödie im alternativen Heimatfilm-Milieu lebt durch Spontaneität und Frische, von unorthodoxer Kameratechnik und Amateurschauspielern mit pfiffigem Witz und Original Ruhrpott-Dialekt.
DO 28.8.: Auf Wiedersehen Amerika
D/PL 1992-94; R: Joachim v. Mengershausen,Jan Schütte; D: Zofia Merle, Jakov Bodo, Otto Tausig; 86 min.
Erzählt wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Reise: nach dreißig Jahren Amerika zurück in die Heimat. Von New York machen sich die Emigranten Isaak, sein Freund Moshe und dessen Frau Genovefa auf nach Polen. Alle drei in einem Boot, stranden sie in Deutschland, feiern Weihnachten in Berlin und landen am Ende doch noch in Polen. Aber da ist alles anders! Isaak findet eine Frau und Genovefa eine eigene Wohnung. Am Schluss sind alle für einen Moment happy: in Danzig die einen, in Brighton Beach die anderen.
Liebevoll und lakonisch wird in dieser Komödie die gar nicht immer so komische Odyssee der drei Menschen erzählt. Der Film begleitet die Hauptfiguren durch drei Welten: die amerikanische, die deutsche und die polnische; gleichzeitig auch durch die jüdische, die protestantische und die katholische.
Von einer wunderbaren Freundschaft erzählt der Film, von neuer und alter Liebe. Und von der Chuzpe, ohne die keiner von ihnen durchs Leben gekommen wäre.
FR 29.8.: The Motorcycle Diaries - Die Reise des jungen Che
USA 2004; R: Walter Salles; D: Gael García Bernal, Rodrigo De la Serna; 126 min.
Nach Aufzeichnungen von Ernesto Ché Guevara und Alberto Granado
Im Jahr 1952 unternehmen die Studenten Ernesto Guevara und Alberto Granado eine neunmonatige Reise durch halb Lateinamerika: Zuerst auf einem alten Norton-500-Motorrad, bis es kaputt geht. Dann zu Fuß, per Amazonas-Dampfer und auf den Ladeflächen unzähliger klappriger Lastwagen. Die Reise führt sie von Buenos Aires in die Anden, die Küste Chiles entlang ins peruanische Amazonas-Gebiet und schließlich nach Venezuela. Was als Abenteuer beginnt, entwickelt sich schnell in eine andere Richtung. Denn die Konfrontation mit der sozialen und politischen Wirklichkeit verändert die Weltsicht der beiden Freunde. Diese Reise legte den Grundstein für den Revolutionsführer "Che".
Der Film beginnt als Roadmovie und endet als superb fotografierte Coming-of-Age-Story. Phantastische Landschaftsaufnahmen lassen den Zuschauer die Reise miterleben. Letzten Endes ist diese wilde und zärtliche Ballade aus dem Herzen Südamerikas ein Film über Hoffnung und Zuversicht.
SA 30.8.: Little Miss Sunshine
USA 2006; R: Jonathan Dayton, Valerie Faris; D: Greg Kinnear, Toni Collette, Abigail Breslin, Paul Dano, Alan Arkin, Steve Carell; 103 min.
Die schräge Familie Hoover macht sich in einem alten VW-Bus auf den Weg von New Mexico nach Kalifornien, denn das siebenjährige Pummelchen Olive will unbedingt an dem „Little Miss Sunshine“-Schönheitswettbewerb teilnehmen. Natürlich geraten die sechs Familienmitglieder in kleine Krisen und große Katastrophen.
Knackige Dialoge, herrliche politische Unkorrektheit und eine rasante Story, die trotz der teils ernsten Themen wie Tod, Selbstmord oder zerplatzte Träume nicht ins Lächerliche abrutscht, machen die Komödie zu einer gelungenen, liebevollen Milieustudie.
Little Miss Sunshine“ ist ein Ensemblefilm und eben dieses ist ausnahmslos brillant. Die kleine Abigail Breslin (Signs, Liebe auf Umwegen), die große Entdeckung des Films, verleiht Olive eine große Portion Herz und zeigt auf der Leinwand eine immense Präsenz. Toni Collette (In den Schuhen meiner Schwester, The Hours) kann als gestresste Mutter, deren Hauptanliegen es ist, die Familie irgendwie zusammenzuhalten, an ihre starken Auftritte in ihren letzten Filmen anknüpfen und Paul Dano (Taking Lives, The Girl Next Door) verbucht als schweigsamer Teenager mit seiner Art der Verständigung viele Lacher für sich. Greg Kinnear (Besser geht´s nicht, Wir waren Helden) gibt hervorragend den zum Scheitern verdammten Motivationsguru und auch Steve Carell (Verliebt in eine Hexe, Jungfrau (40), männlich, sucht... ) bringt als desillusionierter Onkel eine große Leistung zutage, seine präzise, sparsame Mimik ist einfach grandios.