Programm der Insel-Lichtspiele im Mai 2010

Ein Abend mit Feuerlöscher TV: Das Metropolen Magazin

Mittwoch den 12.05, 20:30

Indoor/Outdoor,  Industriestrasse 117
Ein Abend zum Thema Aktionen, Widerstand, Soziale Proteste und Netzwerke

Ab 20:30 Einleitung der Filmemacherin Krollan Alwert

Seit 2004 besteht Feuerlöscher TV als offenes, unabhängiges und nicht-kommerzielles Medien-Projekt, gegründet von Künstlern und Aktivisten in Hamburg. Wir veröffentlichen und produzieren Kurzfilme und Wochenschauen über unterschiedliche gesellschaftliche / soziale Bewegungen. Wir sehen hinter die Nachrichten von heute, gestern und morgen. Wir sind die fehlende Verbindung zwischen der Subkultur und dem Internetfernsehen gegen die offiziellen, kommerziellen Medien.

Im Laufe des Jahres 2009 hat sich in Hamburg eine vielfältige und breite Bewegung gebildet, die sich gegen Prozesse der Gentrifizierung und Stadtumstrukturierung richtet und ein „Recht auf Stadt“ einfordert. Die zahlreichen Initiativen, die sich u.a. aus Künstlerinnen, Kleingärtnern und Teilen der außerparlamentarischen Linken zusammensetzen, haben es nicht nur geschafft, über Besetzungen, Manifeste und Störaktionen eine große Öffentlichkeit herzustellen, sondern bereits jetzt erste konkrete Erfolge erzielt. Ein Überblick über die Konfliktfelder der Stadt.

Filmstart: 21:30 Uhr

Die Stadt gehört allen
Dokumentation von Krollan Alwert; 2009; 15 Min.

 

Am 13. Juni 2009 demonstrierten unter dem Motto »Die Stadt gehört allen!« tausende Künstler und Bürger gegen die zunehmende Gentrification ihrer Viertel in Hamburg. Sie fordern dabei u.a. bezahlbaren Wohn- und Arbeitsraum.

 

 

Wilhelmsburg wat nu? - IBA, IGS - Was is da geplant?"
Ein Aktualitätenfilm von Feuerloescher TV
28 Minuten - DV - Farbe - deutsche Fassung - ohne Untertitel

 

Eine brandaktuelle Kurzdoku vom April/Mai 2010 über die Planungen und den Wandel inWilhelmsburg. Mit Statements und Impressionen von der Insel.

 

 

Der IKEA-Frappant-Wahnsinn #1 und 2.
10 min / 5.55 min
 

Ein Ikea-Möbelhaus mitten im Wohngebiet? Und was halten Sie davon? Mit Statements von Anwohnern, Politikern, Künstlern und Ladenbesitzern in Altona im August 2009 mit Impressionen von Ikea in Schnelsen. Die Auseinandersetzunng zur geplanten Ikea-Filiale in der Großen Bergstraße in Altona hat gerade erst begonnen. Mit Musik von DAS LOTRON / HOME ATOM & ZERSTOERER

Der Masterplan
2009; 9 min.

 

Bürger-Protest in Altona gegen den „Master Plan“

 

 

Gang zulegen im FRAPPANT
2009; 10 Min.


Impressionen von der "RECHT AUF STADT" Veranstaltung im Frappant am 28.11.2009.
Mit O-Tönen und Bildern von der Pressekonferenz am 27.11.2009,
"Komm in die Gänge", "not in our name - Marke Hamburg", "Kein Ikea in Altona" und Frappant e.V. und einem extra-Statement von Fatih Akin.
Ausschnitt aus dem Konzert von Rocko Schamoni und Palminger u.v.m. Musik von Zerstoerer

 

 

Recht auf Stadt - Die Parade - DER FILM
Dokumentation; 2009; 8 Min.

 

Hamburg 18. Dezember 2009 ca. 4000 Menschen demonstrierten für ein "Recht auf Stadt", bezahlbaren Wohnraum, Kunst und Kulturorte, mehr Freiräume - wie für den Erhalt und das Schaffen selbstorganisierter, sozialer, kultureller Räume (in Hamburg). Trotz Routenverbot durch die Hamburger Innenstadt und starken Schneefällen paradierten die ca. 100 Initiativen, die sich im "Recht auf Stadt Bündnis" solidarisieren, vom Gängeviertel zum Frappant. Mit Musik von DAS LOTRON / HOME ATOM & ZERSTOERER

 

 

 

 

Die Strategie der Schnecke

Do. 13.05, 21:30 Uhr, Open Air Kino im Hof Industriestraße 117
Spielfilm von Sergio Cabrera, Kolumbien 1993, 115 Min., Originalfassung mit dt. UT

 

Ein altes Mietshaus in einem Vorort der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Der Besitzer, ein neureicher Yuppie, will das Haus entmieten, die Bewohner auf die Straße setzen, doch in der "Casa Uribe" lebt eine bunt zusammengewürfelte Schar: Jacinto, der alte Anarchist; Romero, ein Anwalt ohne Zulassung, der aber alle Gesetzestricks kennt; ein Pater, der im Diesseits Befriedigung sucht; Gabriel, der sich als Gabriela verkauft; eine Alte, die mit einem Scheintoten lebt und der ein Wunder geschieht. Sie alle besitzen keine Chance, aber sie nutzen sie. Denn der Anarchist Jacinto entwickelt einen schlitzohrig-genialen Plan, wie man die noch verbleibende Zeit bis zum angedrohten Rauswurf nutzen kann: Die Strategie der Schnecke

Ein Film mit umwerfendem Witz und lateinamerikanischen Charme. Im besten Sinne des Wortes: Politisch engagiert, aber gleichzeitig mit viel Kraft und Spaß inszeniert.

Park Fiction

Fr. 14.05, ab 20:30 Uhr, Vorstellung von  NO BNQ und "Es regnet Kaviar"-Netzwerk, ab 21:30 Uhr Open Air Kino im Hof Industriestraße 117
Park Fiction...die Wünsche werden die Wohnung verlassen und auf die Strasse gehen. Filmcollage von Margit Czenki,  D 1999, 60 min

 
 

Die paradiesische Fülle eines arabischen Gartens. Satt leuchten Orangen aus tiefem Grün. Ein ultramarinblauer Arkadengang. Verheißungsvolle Off-Stimme über träumenden Köpfen. "Die Wünsche werden die Wohnung verlassen und dem Reich der Langeweile, der Verwaltung des Elends, ein Ende bereiten." Jubelnde Fanfare für Aquarell des Wunscharchivs: erdbeerförmiges Baumhaus, Badewannenbaumhaus, Dock als Schwimmbad, Pudelförmig geschnittene Buchsbaumhecke, Open-Air-Kino, verschiebbare Inseln mit künstlichen Palmen, Heckenlabyrinth, Rutsche über die Hafenrandstrasse.

Margit Czenki zeigt den geschickt aus einer Position der Unterlegenheit heraus geführten Kampf, inszeniert in satten Farben die schillernden Ideen für einen Park am Hafenrand, den St.PaulianerInnen gegen ein millionenschweres Bauvorhaben durchsetzen. Eine Filmcollage über einen Park, den es noch nicht gibt, über Kunst & Politik, über nomadische Kriegsführung, über oszillierende Wünsche. Über die Stadt, und was sie sein könnte. Über sehr unterschiedliche Personen und die Kraft einer Gruppe, die längere Zeit zusammen arbeitet und Ideen produziert.

Park Fiction, Kunstprojekt und Bühne für Wünsche der AnwohnerInnen: Ein türkisches Mädchen entwirft ein Jugendcafé mit Briefschränken für Jugendliche, deren Post von den Eltern kontrolliert wird. Ein russisches Paar will eine Allee der Freundschaft, aus Rosenbüschen. Eine Frau rezitiert ihr Park-Gedicht in der frisch gestrichenen Wohnung.

Die Filmcollage setzt sich aus dokumentarischen und inszenierten Teilen zusammen, strukturiert durch einen Erzählstrang über Parks & Politik, über Gärten und ihre ideologischen Hintergründe:

"Hören Sie mir zu! Hören Sie mir alle endlich mal zu! Ich spreche von Parks und Politik hier! Von Parks und den ideologischen Hintergründen Ihres Geschmacks!! Es geht um die Französische Revolution und den Englischen Landschaftsgarten, es geht um die Herkunft Ihrer Vorliebe für geschwungene Pfade, sanfte Hügel und Parks ohne Mauern und Zäune! Es geht um FreiheitGleichheitBrüderlichkeit! Es geht darum, die Tradition von Ideen zu verfolgen und zu analysieren!"


In Marrakesch, Coney Island und St. Pauli auf Super 8 gedreht, wurde Park Fiction eigenhändig in Einzelbildschaltung mit einer veralteten Trickkamera auf 16mm aufgeblasen, mit Video-Footage, Zeichnungen, suggestiven Collagen und Fotos aus der Wunschproduktion montiert. Es gibt keinen Originalton. Ton- und Bildcollage laufen gegeneinander. Tschechischer Schlager. Los Niños del Parque. Eissler-Sample. Soundtrack von Ted Gaier und Schorsch Kamerun.

Der Film Park Fiction ist Teil der Präsentation von Ergebnissen aus dem Planungsprozess für den Park am Pinnasberg in St. Pauli.

Empire St. Pauli - von Perlenketten und Platzverweisen

Sa. 15.05, ab 20:30 Uhr: Vorstellung der GWA und Filmemacher und ab 21:30 Uhr Open Air Kino im Hof Industriestraße 117

Dokumentation von Irene Bude und Olaf Sobczak, D 2009, 85 min.

 
 

Hamburgs berühmtester Stadtteil St. Pauli war lange auch der ärmste. Mittlerweile leben und arbeiten hier jedoch immer mehr Gut- und Bestverdienende. Die sozialen Gegensätze verschärfen sich. Der Film zeigt, dass St. Pauli nicht nur als Ausgeh- und Amüsierviertel, sondern vor allem als Wohn- und auch Wirt-schaftsstandort attraktiv geworden ist. Altbauten verschwinden oder werden aufwändig saniert, das Miet-niveau steigt rasant, Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt. Wer sich wehrt oder nicht mehr in das neue Bild passt, wird des Ortes verwiesen – direkt oder indirekt. Empire St. Pauli zeigt den Gentrifizierungsprozess exemplarisch am Großprojekt des Brauquartiers auf. Auf dem ehemaligen Brau-ereigelände wurden über 350 Millionen Euro investiert, der Astra-Turm wurde abgerissen und wieder aufgebaut. In das Bürogebäude »Atlantic-Haus« ist Deutschlands größte Werbefirma BBDO eingezogen, hochwertige Genossenschaftswohnungen und das Hotel »Empire Riverside« sind entstanden. Einkommensstarke Haushalte ziehen in die neuen Wohnungen. Mit den Tanzenden Türmen kündigt sich schon das nächste Großprojekt mit »St. Pauli – affiner Nutzung« an: dort wird neben Büroetagen im obersten Stockwerk eine Gastronomie sein, »wo sich vielleicht nicht jeder Bewohner St. Paulis ein vollständiges Essen leisten kann, sicher aber genussvoll sein Bier trinken kann.«

 Im Laufe des Jahres 2009 hat sich in Hamburg eine vielfältige und breite Bewegung gebildet, die sich gegen Prozesse der Gentrifizierung und Stadtumstrukturierung richtet und ein „Recht auf Stadt“ einfordert. Die zahlreichen Initiativen, die sich u.a. aus Künstlerinnen, Kleingärtnern und Teilen der außerparlamentarischen Linken zusammensetzen, haben es nicht nur geschafft, über Besetzungen, Manifeste und Störaktionen eine große Öffentlichkeit herzustellen, sondern bereits jetzt erste konkrete Erfolge erzielt. Ein Überblick über die Konfliktfelder der Stadt.

 

 

 

Captured

Mi. 19.05, ab 20:00 Uhr Film INDOOR/OUTDOOR , Hof Industriestraße 117

von Ben Solomon, Dan Levin and Jenner Furst , USA 2008, 90 min

 

„Kleiner Bruder beobachtet großen Bruder“ in dieser fesselnden Dokumentation von New Yorks einstmalig anarchischer „Lower East Side“. Der Film zeigt die Szene des Viertels seit den frühen 80ern. Er bezieht den Großteil seiner Aufnahmen aus dem Archiv des Künstlers und Videofilmers Clayton Patterson. Seit 1979 hat der sein Leben dem Dokumentieren des letzten Zeitalters der rauhen, kreativen und „gesetzlosen“  Nachbarschaft gewidmet, die wegen der Kunst, Musik und revolutionären Gedanken berühmt geworden ist. Pattersons kleine Galerie befindet sich inmitten von vielgeschossigen Apartmenthäusern, deren Wohnungen noch vor kurzem für Millionen Dollar verkauft wurden. Er sieht eine dunkle aber bunte Gesellschaft, von der Drag Queen bis zur „Hardcore Szene“, dem  Heroin, der  Obdachlosigkeit, des  politischen Chaos und schließlich, wie die  Gentrifizierung Einzug hält. Angereichert mit Interviews von Protagonisten, u.a. dem damaligen Bürgermeister, Musikern und Künstlern, die ihre eigenen Erinnerungen zu Pattersons Aufnahmen beisteuern. Ein Beitrag zur Diskussion über den Prozess der Gentrifizierung.

 

Anschließend ab 21:30 Uhr: Diskussion zum Thema Vereinnahmung und Verwertung der Kunst und Kultur ("Kunst und Kultur als Motor der Stadtentwicklung")

 

 

 

The Right to the City (RTTC) Web/Videomagazin von PaperTiger TV

Do. 20.05, 20:00 Uhr, Sweet Home Café, Fährstraße 56

Ein Abend zum Thema Aktionen, Widerstand, Soziale Proteste und Netzwerke. Dokumentationen und Diskussionen zu Gentrification in NEW YORK

Right to the City  #1-3, 140 min, englische OF
 



Paper Tiger TV ist ein Non-Profit-Freiwilligen Video-Kollektiv. Es besteht seit 1981.
Das Programm das PTTV produziert hat, inspiriert medienerfahrene Community-Produktionen und Aktivisten rund um die Welt. Das Archiv zeigt, dass Aufklärung über die Kommunikationsindustrie eine kritische Analyse der Medien voraussetzt und es stellt Fragen, deren Quellen außerhalb der Mainstream-Informationen stehen. Wegen der Vorurteile und falschen Darstellungen vieler Themen in den Mainstream-Medien ist es wichtig, dass wir unterschiedliche Perspektiven in den Prozess der Herstellung von Medien einbringen. Eine Öffentlichkeit, die kreativ und strategisch die Medien nutzen kann, ist wichtig für eine funktionierende Demokratie.

Die Bewegung: „Recht auf die Stadt“ (RTTC) entstand im Jahr 2007 als eine Reaktion auf die Gentrifizierung New Yorks um gegen die Vertreibung von Menschen mit geringem Einkommen, Jugendlichen dunkler Hautfarbe und „LGBTQ“(lesbian, gay, bisexual, transgender and queer people) aus ihren historischen Stadtvierteln zu protestieren.

RTTC ist eine Allianz von ethnisch gemischten, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Organisationen. Durch gemeinsame Grundsätze, einen gemeinsamen Rahmen und „der Theorie des Wandels“ baut RTTC eine nationale Bewegung für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratie auf. RTTC bemüht sich um regionale und nationale Einflüsse in den Feldern von Unterkunft, Menschenrechten, Urbanität, Stadtentwicklung, bürgerschaftlichem Engagement, Strafrecht, Umweltgerechtigkeit und vielem mehr.

Schlüsselquelle und Prüfstein ist das Buch "Le droite à la ville" (Recht auf die Stadt), 1968 von dem französischen Intellektuellen und Philosophen Henri Lefebvre.

 

 

 

Mon Oncle

Fr. 21.05, 20:00 Uhr , Sweet Home Café, Fährstraße 56
+Uschi's Gentrification Report #1-3

F 1958; R: Jacques Tati; D: J. Tati, J.P. Zola, A. Servantie; 104 Min.; Om engl. UT

 
 

Monsieur Hulot lebt in einer gemütlichen Dachwohnung in einem beschaulichen Viertel. Leider ist der nicht ganz gesellschaftsfähig und lebt völlig hinterm Mond - zumindest in den Augen seiner Familie. Seine Schwester, mit dem Fabrikanten Monsieur Arpel verheiratet, lebt mit dem neunjährigen Sohn Gérard, der lieber im Schmutz der Brachgegend spielt, in einem hypermodernen Haus eines Neubauviertels. Als Hulot zu Besuch weilt, bringt er die Technik durcheinander. Er freundet sich mit Gérard an, der gerne mit ihm spielt.
Tatis Film ist Komposition aus Farbe, Tönen, Musik und Bewegungen. Die  kleinbürgerliche Welt Hulots konstrastiert die der reichen Snobs und ihrer Langeweile. Komik entsteht durch Hulots neugierigen Umgang mit oft nutzloser moderner Technik. Eine Messerscharfe Satire auf gewollte Modernität, in der die Tücken der unbeherrschten Objekte den Menschen ärgern.

Interessant im Bezug auf Stadtentwicklung sind die Ansichten auf das „alte“ und das modernisierte Paris.

 

Ein Weiterer Abend mit Feuerlöscher TV

Samstag 22.05, 20:00 Uhr, Swett Home Café, Industriestraße 117

Zum Abschluss noch einmal:
Feuerloescher TV - das metropolen Magazin

Programm wie 12. Mai 2010

 

Die Stadt gehört allen
 
2009; 15 Min.

 

Wilhelmsburg wat nu? - IBA, IGS - Was ist da geplant?
28 min, deutsche Fassung - ohne Untertitel



Der IKEA-Frappant-Wahnsinn #1 und 2.
10 min / 5.55 min,

 

Der Masterplan
2009; 9 min


Gang zulegen im FRAPPANT
2009; 10 Min.
 

Recht auf Stadt - Die Parade - DER FILM

2009; 8 Min.

 
 
 
 

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